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Haftmittel für Zahnersatz – Creme oder Pulver?

Es gibt Situationen, in denen Menschen mit Zahnersatz gerne auf ein so genanntes Haftmittel zurückgreifen wollen. Ist dies notwendig, können Patienten meist zwischen Cremes oder einem Pulver wählen.

War der Zahnersatz früher vor allen Dingen etwas für ältere Leute, so hat sich dieses Bild mittlerweile deutlich gewandelt. Vor allem aufgrund der veränderten Ernährungsgewohnheiten sind es längst nicht mehr immer nur alte Menschen, die einen Zahnersatz in der einen oder anderen Form brauchen. Brücken gehören beispielsweise ebenso dazu wie Stiftzähne oder Kronen. Aber auch das ganze oder teilweise Ersetzen der eigenen Zähne gehört heute zu den Standardbehandlungen eines Zahnarztes. Jüngere Menschen können dabei ebenso betroffen sein wie ältere. Ist eine solche Zahnprothese gut gearbeitet, dann ist sie in der Regel so optimal in den Kiefer des Patienten eingepasst, dass sie nicht wackelt und optimal haftet, also auch kein zusätzliches Haftmittel benutzt werden muss, um die Haftung zu erhöhen. Allerdings gibt es immer wieder Situationen, in denen Patienten doch zu einem entsprechenden Haftmittel greifen müssen oder sollten. Die Gründe dafür können unter anderem anhaltende Anpassungsprobleme sein. Aber auch Patienten mit Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson oder Patienten mit schlechten Kiefernknochen oder einem krankheitsbedingten geringen Speichelfluss können mitunter Probleme mit der Haftung ihres Zahnersatzes haben. Ein entsprechendes Haftmittel kann dann gute Dienste leisten. Doch auch wenn viele Haftmittel mittlerweile frei verkäuflich in Drogerien, Apotheken oder Supermärkten erhältlich sind, sollten Patienten vor dem Einkauf unbedingt mit ihrem Zahnarzt Rücksprache halten. Denn nicht jedes Haftmittel eignet sich auch wirklich für jede Prothese.

Da es eine Vielzahl unterschiedlicher Haftmittel auf dem Markt gibt, haben Patienten in der Regel die Möglichkeit, verschiedene Mittel auszuprobieren, um festzustellen, mit welchem sie am besten zurecht kommen. Ob Patienten Cremes oder ein Pulver bevorzugen, hängt dabei meist von individuellen Gewohnheiten ab. Die Anwendung ist bei beiden Haftmitteln sehr ähnlich. Wird ein Pulver als Haftmittel genutzt, so muss die Vertiefung der Prothese zunächst leicht angefeuchtet werden. Dann wird das Pulver in die entsprechende Vertiefung gestreut. Danach wird die Prothese wieder ganz normal in den Mund eingesetzt und durch das Pulver entsteht eine Haftung zwischen dem Gaumen und der Prothese. Ähnlich verhält es sich bei einer Haftcreme. Hier kommen meist Substanzen zum Einsatz, die eine Mischung aus Kunststoffen, Paraffinen, Zink und Calcium enthalten, außerdem Aromastoffe. Auch bei einer Creme wird das Mittel auf die Prothese aufgetragen. Wird die Prothese dann wieder in den Mund eingesetzt, entsteht eine so genannte Adhäsion. Diese sorgt dafür, dass der Zahnersatz am Gaumen haftet und nicht herausfallen kann. Auf diese Weise wird außerdem verhindert, dass Druckstellen entstehen, die schnell sehr schmerzhaft sein können.

Egal, ob man sich für ein Pulver oder eine Creme entscheidet, wichtig ist, dass das Haftmittel stets nur auf eine äußerst gründlich gereinigte Prothese aufgetragen wird. Befinden sich beispielsweise noch Speisereste auf der Prothese, dann kann dies im Ernstfall zu äußerst schmerzhaften Entzündungen führen. Auch Haftmittelreste können Entzündungen auslösen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die Prothese nach der Nutzung eines Haftmittels ebenfalls sehr gründlich zu reinigen, um alle Haftmittelreste zu entfernen.